Histamin und Histaminintoleranz
- Laura Maintz, Natalija Novak
-
The American Journal of Clinical Nutrition Volume 85, Issue 5, May 2007, Pages 1185-1196
-
https://doi.org/10.1093/ajcn/85.5.1185
-
ENGLISCH
ZUSAMMENFASSUNG
Histaminintoleranz entsteht aus einem Ungleichgewicht zwischen der Anhäufung von Histamin und der Fähigkeit, es abzubauen.
Histamin ist eine biogene Amin, das in unterschiedlichen Mengen in vielen Lebensmitteln vorkommt. Bei gesunden Personen kann das histaminreiche Nahrungsmittel schnell von Aminoxidase entgiftet werden, während Personen mit niedriger Aminoxidase-Aktivität Gefahr laufen, an Histamintoxizität zu erkranken.
Die Diaminoxidase (DAO) ist das Hauptenzym für den Stoffwechsel von aufgenommenem Histamin. Es wurde vorgeschlagen, dass DAO, wenn es als sekretorisches Protein fungiert, für das Aufsammeln von extrazellulärem Histamin nach Freisetzung von Mediatoren verantwortlich sein könnte.
Im Gegensatz dazu ist die Histamin N-Methyltransferase, das andere wichtige Enzym, das Histamin inaktiviert, ein zytoplasmatisches Protein, das Histamin nur im intrazellulären Raum von Zellen umwandeln kann.
Eine beeinträchtigte Histaminabbau aufgrund einer reduzierten DAO-Aktivität und des resultierenden Histaminüberschusses kann zahlreiche Symptome verursachen, die einer allergischen Reaktion ähneln.
Die Aufnahme von histaminreichen Lebensmitteln oder von Alkohol oder Medikamenten, die Histamin freisetzen oder DAO blockieren, kann bei Patienten mit Histaminintoleranz Durchfall, Kopfschmerzen, rhinoconjunctivale Symptome, Asthma, Hypotonie, Arrhythmie, Urtikaria, Pruritus, Flush und anderen Zuständen auslösen.
Die Symptome können durch eine histaminfreie Diät reduziert oder durch Antihistaminika beseitigt werden. Aufgrund der vielschichtigen Natur der Symptome wurde jedoch die Existenz der Histaminintoleranz unterschätzt, und weitere Studien, die auf doppelblinden, placebokontrollierten Provokationen basieren, sind erforderlich.
Bei Patienten, bei denen die oben genannten Symptome durch die entsprechenden Substanzen ausgelöst werden und die eine negative Diagnose von Allergien oder inneren Störungen haben, sollte die Histaminintoleranz als zugrunde liegender Pathomechanismus in Betracht gezogen werden.