Es gibt Menschen, denen ein Glas Wein, ein paar Scheiben Wurst oder ein Stück gereifter Käse den Nachmittag verderben. Kopfschmerzen, Blähungen, eine Müdigkeit, die nicht weichen will, Juckreiz. Lange wurden diese Beschwerden verstreuten Ursachen zugeschrieben, bis man die Rolle eines Enzyms mit wenig freundlichem Namen besser verstand: der Diaminoxidase, kurz DAO.
Histamin und das Enzym, das es beseitigt
Histamin ist auf natürliche Weise in vielen Lebensmitteln enthalten, vor allem in solchen, die fermentieren, reifen oder länger gelagert werden: gereifter Käse, Wurstwaren, Fischkonserven, Wein oder Bier. Die DAO ist das Enzym, das es im Darm abbaut. Ist ihre Aktivität niedrig, wird das mit dem Essen ankommende Histamin nicht im nötigen Tempo abgebaut und sammelt sich an. Das Ergebnis ist ein sehr breites Spektrum an Symptomen (Verdauung, Haut, Kopfschmerzen, Müdigkeit), das ohne erkennbares Muster auftritt und sich nur schwer mit dem in Verbindung bringen lässt, was man gerade gegessen hat.
Eine Studie aus dem echten Leben
Die Arbeit begleitete zwei Monate lang 165 Erwachsene (112 Frauen und 53 Männer, Durchschnittsalter 42,7 Jahre) mit Symptomen, die zu einer Histaminintoleranz passen, und die ein Ergänzungsmittel mit DAO pflanzlichen Ursprungs (NaturDAO) in ihrem Alltag zu Hause einnahmen, ohne ihre Routine zu ändern. Jede teilnehmende Person beantwortete zu Beginn und nach zwei Monaten einen strukturierten Fragebogen über eine elektronische Plattform.
Ein Detail verdient Beachtung: es gab keinen einzigen Abbruch. Alle 165 Teilnehmenden schlossen die Nachbeobachtung ab und lieferten zu Beginn und am Ende vollständige Daten, was nicht einmal in Klinikstudien immer gelingt. Diese Art von Forschung gehört zur sogenannten Evidenz aus der Versorgungsrealität (real-world evidence), einem Ansatz, der in der heutigen Forschung an Gewicht gewinnt, weil er abbildet, was im Alltag der Menschen tatsächlich geschieht, mit ihren Gewohnheiten und ihren Umständen.
Der Ausgangspunkt
Zu Beginn waren Kopfschmerzen und Migräne am häufigsten (67,88 % der Teilnehmenden), gefolgt von Verdauungsbeschwerden (63,03 %) und chronischer Müdigkeit (58,79 %). Muskel- oder Gelenkschmerzen betrafen 38,79 % und Hautveränderungen 35,76 %.
Bei Tisch nannte jede Person im Schnitt 3,5 Lebensmittelgruppen, die ihr nicht bekamen. Am häufigsten genannt wurden Wurst und verarbeitetes Fleisch (27,27 %), gereifter Käse (25,45 %), Fisch aus der Dose oder geräuchert (23,03 %) und fermentierte Produkte wie Joghurt oder Kefir (20,00 %). Alkohol tauchte in 17,58 % der Fälle auf und Schokolade in 16,97 %.
Die Veränderungen nach zwei Monaten
Die Tabelle zeigt, wie viele der 165 Personen zu Beginn und am Ende des Zeitraums das jeweilige Symptom angaben.
| Symptom | Zu Beginn | Nach 2 Monaten | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Müdigkeit oder Energiemangel | 97 | 27 | -72,16 % |
| Hautprobleme | 59 | 21 | -64,41 % |
| Verdauungsbeschwerden | 104 | 55 | -47,12 % |
| Muskel- oder Gelenkschmerzen | 64 | 36 | -43,75 % |
| Migräne oder Kopfschmerzen | 112 | 78 | -30,36 % |
Die Müdigkeit gab am stärksten nach: von 97 betroffenen Personen auf 27, ein Rückgang um 72,16 %. Die Hautbeschwerden sanken um 64,41 % und die Verdauungsbeschwerden fast um die Hälfte. Die Besserung trat an allen fünf bewerteten Fronten ein, ohne Ausnahme, was ein stimmiges Bild ergibt: Wenn sich Histamin nicht mehr ansammelt, zeigt sich der Nutzen nicht an einer einzigen Stelle, sondern an mehreren zugleich.
Weniger Medikamente und mehr Spielraum bei Tisch
Über die Symptome hinaus gab es zwei Ergebnisse, die von Lebensqualität sprechen. 55,76 % der Teilnehmenden gaben an, weniger Medikamente gegen Kopfschmerzen zu brauchen, und 53,33 % stellten fest, dass sie histaminreiche Lebensmittel besser vertrugen, also mit weniger Angst vor den Folgen essen konnten. 32,73 % hatten zusätzlich eine histaminarme Ernährung eingehalten, was das übliche Vorgehen in dieser Situation widerspiegelt: die Kombination aus angepasster Ernährung und der Zufuhr des Enzyms.
Was daraus zu lesen ist
Die Studie hinterlässt zwei nützliche Botschaften. Die erste: Ein gut strukturierter Fragebogen erlaubt es, diese Menschen geordnet zu erkennen und zu begleiten, was in einer Situation wertvoll ist, die meist spät und über Ausschlussverfahren diagnostiziert wird. Die zweite: Zwei Monate Supplementierung mit NaturDAO, allein oder zusammen mit Ernährungsanpassungen, gingen mit deutlichen Verbesserungen bei allen gemessenen Symptomen einher, unter realen Anwendungsbedingungen und mit sehr hoher Therapietreue.
Die Autoren weisen darauf hin, dass es sich lohnt, diese Linie mit größeren Populationen und längerer Nachbeobachtung fortzusetzen, um die Langzeitwirkung besser zu kennen. Bis dahin hat, wer sich in diesem Symptombild wiedererkennt, hier einen praktischen Anhaltspunkt dafür, was 165 andere Menschen in ihrem Alltag erlebt haben.
Quelle
Morán J, Moles G. Observational Study on the Effectiveness of a Diamine Oxidase (DAO) Supplement in a Sample of Consumers with Histaminosis. World Journal of Food Science and Technology. 2026;10(1):15-25. DOI: 10.11648/j.wjfst.20261001.13.
